Die Attraktivität geht flöten!

Der 23-jährige Robert Glatzel verlässt nach zwei Jahren den 1.FC Kaiserlautern. Vertrag hatte er nur bei der Reserve, drei Angebote für einen Profivertrag schlägt er aus. Der FCK verliert einen Stürmer an die Konkurrenz, sucht seine Ambitionen und büßt immer mehr an Attraktivität ein.

Es scheint ein Transfer zu werden, der sich in vergangene Abgänge des FCK einordnen lässt. Ein guter Perspektivspieler verlässt den Club in Richtung eines Vereins mit größeren Möglichkeiten. Und so ist es auch. Nur mit dem Unterschied, dass es Glatzel wohl nicht nach Leipzig, Köln oder Stuttgart zieht, sondern nach Fürth, Braunschweig oder Heidenheim. Mit diesen Vereinen hatte sich der FCK vor der Saison auf Augenhöhe gesehen. Der Saisonverlauf zeigt jedoch, dass man es sportlich auf jeden Fall nicht ist. Die Marktwerte der genannten Mannschaften sind ähnlich. Nur Braunschweig (20 Millionen) hat einen deutlich wertvolleren Kader als Kaiserslautern (16 Millionen), Fürth (15 Millionen) und Heidenheim (13 Millionen).

Dass der FCK mit den Vertragsangeboten an Glatzel scheitert, deutet darauf hin, dass der Betzenberg auch im Zweitligamittelfeld an Attraktivität verloren hat.  Der Unterschied, zu den möglichen Vereinen Glatzels, ist vor allem der sportliche Trend. Braunschweig spielt noch um den Aufstieg mit, Heidenheim will es in den nächsten Jahren. Heidenheim ist fünfter, kennt seit Jahren keinen Abwärtstrend und schnuppert Jahr für Jahr mehr an den Aufstiegsplätzen. Fürth ist sechster und scheint auch gefestigt.

Robert Glatzel wird einen dieser gestandenen Zweitligisten dem FCK vorziehen. Er hat zehn Spiele für die Profimannschaft des FCK absolviert, in denen er vier Tore erzielte. Eine gute Quote, dennoch hat er zu wenig Spiele auf der großen Bühne absolviert, um seine Qualität beweisen zu können. Er ist kein Dominique Heintz oder Willi Orban, bei denen man anerkennen muss, dass sie sportlich über den Ambitionen des FCK spielen. Zudem bringt Glatzel dem FCK nicht mal eine Ablösesumme ein, da sein Vertrag zum Ende der Saison ausläuft.

Die gescheiterten Vertragsgespräche spiegeln demnach den seit Jahren andauernden Abwärtstrend des FCK wider. Es ist ein Transfer, der die Realität aufzeigt, dass es in Zukunft schwer wird, mit wirtschaftlich klug arbeitenden Zweitligavereinen wie Heidenheim mitzuhalten.

Es hat den Anschein, als müsse es sich Kaiserslautern im unteren Mittelfeld der zweiten Liga gemütlich einrichten. Je tiefer man jedoch im gemütlichen Sessel versinkt, desto schwerer wird es aufzustehen. Ein Profivertrag für Glatzel wäre ein Zeichen gewesen. Ein Ausrufezeichen, dass die gesunkenen Ambitionen des FCK aufzeigt.

glatzel

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