Weg mit „Tiki-Taka“ und Pressingmaschinen!

Aktuell laufen besonders zwei vermeintlich kleinere Vereine finanzstarken Klubs den Rang ab. Während Wolfsburg, Leverkusen und Schalke weit hinter ihren Erwartungen bleiben, mischt die Hertha aus Berlin und der Kölner FC die obere Tabellenhälfte auf. Statt „Tiki-Taka“ oder Pressingmaschinen bedeutet ihre Philosophie Defensive.

 

Am Wochenende trafen sich die Berliner und die Kölner zum Topspiel im Olympiastadion. Ein Topspiel, in dem kaum jemand offensiven Glanz erwartete. Vor dem Spiel standen die Geißböcke mit der besten Abwehr der Liga auf Platz zwei und die Hertha mit der besten Heimabwehr auf dem vierten Rang. Defensive ist beider Trumpf. Im Gegensatz zur Erwartung begann das Spiel schon fast rassig, bevor es den vorhergesehenen Verlauf nahm. Trotz konzentrierter Abwehrreihen nutzten sie jede Gelegenheit, die sich zum Angriff bot. Mehr aber dann doch nicht. Ein bisschen machte es den Eindruck einer überlegten Schachpartie: Bloß nicht zu viel Risiko!

Auffällig sind allerdings nicht nur ihre Defensivwerte, sondern auch die der Offensive. Beide brauchen in dieser Saison nach inside11.de sehr wenige Chancen um Tore zu erzielen. Die Hertha liegt sogar an erster Stelle mit einer Chancenverwertung von 19,7 Prozent. Der BVB hat im Vergleich eine von 16 Prozent, während Köln 14,1 und die Bayern eine Chancenverwertung von 14,0 Prozent vorzuweisen haben. Die Bilanz der beiden Überraschungsmannschaften im Punkto Offensive ist vor allem ihren Mittelstürmer zuzuschreiben.  Der Kölner Modeste und der Berliner Ibišević sorgen mit effizienten Abschlüssen für den Erfolg des defensiven Konstrukts. Zwei richtige Mittelstürmer! Am Samstag spürte man als Zuschauer die Effizienz der beiden Torjäger bis auf die Tribüne. Wenn eine Mannschaft vors gegnerische Tor kam, war sie brandgefährlich.

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Die Herthaner und Kölner erinnern an Otto Rehhagels „kontrollierte Offensive“, mit der er große Mannschaften ärgerte. In den 90er und in den 2000er Jahren ein Erfolgsrezept, allerdings eines, was das moderne Zeitalter des Fußballgeschäfts nicht zu erreichen schien. Alttrainer Rehhagel ließ es in Perfektion spielen und wurde mit Aufsteiger Kaiserslautern 1998 Deutscher Meister und führte 2004 Griechenland zum Gewinn der Europameisterschaft.

Solch eine ähnliche Spielweise könnte auch heute eine Möglichkeit für mittelklassige Klubs sein, den Branchenprimussen Bayern und Dortmund näher zu kommen. Köln und Hertha zeigen zumindest mit ihrer Defensive, dass man nicht unbedingt Pressingmaschinen und „Tiki-Taka“ braucht.

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