Der FCK und sein ganz persönlicher Teufelskreis

Der Zweitligist 1.FC Kaiserslautern befindet sich in einem Teufelskreis zwischen unbedingtem Erfolgswillen, Tradition und einem fälschlichen Bundesligabewusstsein, das viele Fans nicht ablegen möchten. Fritz Fuchs, ehemaliger Spieler des FCK und im Horrorjahr 2008 noch Teammanager der Lauterer kritisiert immer mal wieder, sowie am Sonntag auch in der SWR Sendung „Flutlicht“, den FCK-Trainer Kosta Runjaic.

Pfiffe hallen trotz 1:0-Führung gegen Paderborn durch das Fritz-Walter-Stadion am Betzenberg, als der Schiedsrichter zur Halbzeitpause bat. In München spielte die Mannschaft zum Ende hin trotz des Standes von nur 1:1 auf Zeit, da man das Unentschieden als Erfolg verbuchte. Auch dies zum Ärger der Fans, deren Unmut in der Gästekurve zu spüren war, Ereignisse, die Unzufriedenheit ausdrücken. Platz zehn ist zu wenig für die hohen lauterer Ansprüche. Am Sonntag kritisiert Fritz Fuchs im SWR „Flutlicht“ den Trainer Kosta Runjaic für die Schönrederei. Er war auch schon letzte Saison der große Kritiker, der es nicht verstand, wieso man nicht den Aufstieg schaffte und wieso trotzdem von einer tollen Saison gesprochen wurde. Seiner Meinung nach hätte man aufsteigen müssen. Er spricht dem Trainer sogar die sogenannten „Betze“-Tugenden ab. Im Januar 2015 schreibt er eine SMS, in der er den Trainer dazu auffordert, er solle doch mal den Sauhund rauslassen. Runjaic antwortet nicht.
Tatsächlich hat Runjaic nicht die sogenannten „Betze“-Tugenden. Er ist kein Sauhund. Er will keinen Kampffußball, weshalb die Gegner in früheren Zeiten Angst vor dem Betzenberg hatten. Er will dem Gegner dagegen mit gutem Fußball Angst machen. Er ist ein Taktikfuchs, der eher mit Guardiola vom fußballerischen Verständnis zu vergleichen ist als mit FCK-Trainerlegende Kalli Feldkamp, mit dem der FCK nach Fuchs übrigens letzte Saison aufgestiegen wäre. Wunderlich ist der Vergleich mit Bayern-Trainer Guardiola nicht, immerhin hat Runjaic beim FC Barcelona hospitiert. Warum seine Philosophie nun angeprangert wird, ist die Konsequenz des Misserfolges. Läuft es beim FCK sportlich nicht, dann wird die Traditionskeule ausgefahren. Man bräuchte wieder Spieler, die sich mit der FCK-Geschichte identifizieren können und die Linie rauf und runter rennen bis sie vom Platz getragen werden müssen. So spricht auch Fuchs im „Flutlicht“. Dieses Stammtischgerede ist so alt, wie der Grundstein des Fritz-Walter-Stadions und entspricht nicht annähernd der Idee, wie Runjaic Fußball spielen lassen will. Auch der Vorwurf der Schönrederei ist peinlich. Es ist keine, sondern Realismus. Der FCK ist kein Aufstiegsfavorit und erst recht kein gestandener Bundesligist mit Urlaub in Liga Zwei. Fünf Jahre Urlaub wäre ein bisschen lang. Das ist nämlich immer noch der FCK, von dem viele Fans träumen. Dies belegen die Ereignisse gegen Paderborn und auch am Samstag in München. Diese Träume schüren falsche Ansprüche, dem der Verein momentan einfach nicht gerecht werden kann. Man hat sportlich einen Weg eingeschlagen, der Zeit braucht, die jedoch den sportlich Verantwortlichen aufgrund des öffentlichen Drucks nicht gegeben wird. Das schlechteste Zeichen wäre nun ein Trainerwechsel, der schon wieder teilweise im Raum steht.
Ruhe würde dem Betzenberg gut tun. Viele Fans und Fritz Fuchs sollten ihren Anspruch überdenken, durch den der FCK immer wieder in seinen persönlichen Teufelskreis und zur ständigen Unruhe gleitet. Es muss zu den eigentlichen Ursprüngen zurückgefunden werden und damit meine ich nicht, dass man sich als sicheren Erstligisten sieht, auf Erfolge Fritz Walters zurückgreift oder auf einen Stereotypen, der einen typischen FCK-Spieler darstellen soll, sondern zu den Ursprüngen, in denen man sich als Außenseiter sah, als Underdog und die Großen mal ärgern konnte. Mit solchen Ansprüchen sind auch wieder Wunder möglich und die Erfolge, die der FCK aus seiner traditionsreichen Geschichte vorzuweisen hat, waren allesamt Wunder. Der Verein und die Fans müssen aus diesem Teufelskreis ausbrechen und die zu hohen Ansprüche, die den Verein immer wieder in sportlich schlechteren Zeiten noch weiter zurückwerfen, müssen eliminiert werden.

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